Das Rosenhaus: ein uthländisches Friesenhaus, erbaut 1779

 

Testamentsvollstreckerin verkauft heimlich unser Rosenhaus an Ihren Gläubiger.

Vor Gericht scheinen wir Erben ohne Rechte zu sein!

Doch wir kämpfen um die Rückführung des Rosenhauses!

   

 

Unser Fall:

 

Die Erblasser Johanne und Hans Zumpe wurden nach Kriegsende von ihrem Onkel Karl Skow auf der Nordesseeinsel Föhr aufgenommen. In Nieblum bewohnten sie das Haus Bi de Süd 2, aus dem einmal das über die Insel hinaus bekannte Passat Café wurde. Als es dort zum Wohnen zu beengt wurde, erwarben sie 1954 das Rosenhaus, ein reetgedecktes "Friesenhaus" aus dem 18.Jahrhundert. Sie sanierten und modernisierten es mit viel Einfühlungsvermögen für die Bewahrung des Alten. So wurde das Rosenhaus eines der beliebtesten Fotomotive der zahlreichen Feriengäste. Später wurde es in die Denkmalliste des Landes Schleswig-Holsteins eingetragen. Als sie nacheinander 2001 und 2004 starben, hinterließen sie das Rosenhaus ihren Kindern und verbanden dies mit dem Wunsch, sie mögen das Haus in der Familie erhalten.

 

Helmut, der jüngste und kinderlose Sohn der Erblasser, wurde mit einem lebenslangen Nießbrauchrecht auf das Rosenhaus und auf ein weiteres Grundstück sowie mit einem weiteren Vermächtnis bedacht. Er war psychisch labil und die Eltern wollten ihn mit dem Nießbrauch absichern. Insbesondere aus Fürsorge um ihn ordneten sie Testamentsvollstreckung an. Erben wurden seine drei Geschwister. Sein Bruder ließ sich auszahlen. So blieben nur noch die beiden Schwestern Uta und Dagmar als Erben übrig. Die jüngere, Dagmar, verstarb ein Jahr nach dem Tod der Mutter. Sie hinterließ ihren Mann und 2 Töchter.

 

Namentlich benannten die Erblasser Frau G. für das Amt des Testamentvollstreckers. Als sie aus persönlichen Gründen das Amt abgab, wurde uns die Rechtsanwältin H. alsTestaments- vollstreckerin vom Nachlassgericht vorgeschlagen (das war im März 2006). Wir erhoben keine Einwände. Leider wussten wir damals nicht, dass diese Anwältin zu dieser Zeit bereits hochverschuldet war. (Gleichwohl wurde sie 2010 sogar zur Notarin ernannt…). Wie wir später erfuhren, lieh sie sich bei der örtlichen Immobiliengesellschaft M. öfters Geld. Hier bekam sie noch Kredit und außerdem zu einem günstigeren Zinssatz als bei der Bank.

 

Nun ein paar entscheidende Daten:

08.10.2010
Die Testamentsvollstreckerin H. verkauft das Rosenhaus (hinter dem Rücken der Erben!) für 335.000 € an die Immobiliengesellschaft M. - die ihr bisher immer mit persönlichen Krediten aushalf.
Das Haus soll bis Ende des Jahres "besenrein und bewohnerfrei sein..."

11.10.2010
Helmut erleidet einen psychotischen Schub und wird in eine Fachklinik eingeliefert. Seine Verfassung stabilisiert sich zusehends. Sein Betreuer teilt später mit, dass Helmut am 22.11.2010 in das Rosenhaus zurückkehren wird.

12.11.2010

Helmut nimmt sich das Leben.
23.11.2010

Meine Tante Uta und ich (ältere Tochter der verstorbenen Dagmar) treffen uns mit der Testamentsvollstreckerin im Rosenhaus. Wir können zu dieser Zeit noch nicht mal ahnen, dass das Haus bereits verkauft ist, denn: Frau H. fragt uns, was wir nun mit dem Haus vorhaben. Wir antworten, dass es in der Familie verbleibt, aber genaueres müssen wir erst noch besprechen. Da wir den Selbstmord von Helmut erst noch verarbeiten müssen, bitten wir um Zeit bis Januar.
24.11.2010

Beerdigung von Helmut.
29.11.2010

Wir erhalten ein Schreiben der Testamentsvollstreckerin, in welchem sie uns auch schriftlich fragt, was wir mit dem Rosenhaus vorhaben.
01.12.2010

Geschäftsführer S. der Immobiliengesellschaft M. passt den Kaufvertrag  zusammen mit seiner Lebensgefährtin K. beim Notar an, da sich die Situation durch den Tod von Helmut verändert hatte. Frau K. handelt als vollmachtlose Vertreterin der Testamentsvollstreckerin H. Die Testamentsvollstreckerin H. stimmt der Vertragsanpassung nachträglich zu. Vor der Kriminalpolizei sagt sie
später aus, dass sie aus dem Kauferlös u.a. auch ihre Gläubiger bedienen wollte.

27.12.2010

Steht schon der neue Eigentümer im Grundbuch. Die Erben erfahren davon nichts.
12.01.2011

Meine Tante Uta ruft beim Grundbuchamt an, um sich über die Löschung der Nießbraucheintragung im Grundbuch zu informieren. Hier wird ihr mitgeteilt, dass ein neuer Eigentümer eingetragen ist.

Wir Erben reagieren sofort und verlangen per Anwalt die sofortige Rückabwicklung des Hausverkaufes. Scheitern aber vor Gericht. Wir kämpfen weiter! Bisher mussten wir feststellen:

                 
Ein Testamentsvollstrecker darf quasi alles. Mit der Einsetzung eines Testaments-vollstreckers verlieren die Erben den Rechtsanspruch, den Nachlass so in Besitz zu nehmen, wie ihn die Erblasser hinterlassen haben. Er darf alles hinter dem Rücken der Erben versilbern, es muss nur entgeltlich sein.
           



Nach längerem Bemühen vor dem Nachlassgericht konnten wir die Absetzung von Frau H. als unsere Testamentsvollstreckerin bewirken. Seit Mitte Mai 2012 ist mein Onkel, Dr. Rainer Göhring (der Mann meiner Tante Uta), unser neuer Testamentsvollstrecker. Da Frau H. die vollständigen Unterlagen ihrer Testamentsvollstreckung und das Bargeld nicht an meinen Onkel herausgab, verklagte er seine Vorgängerin und erstattete gleichzeitig Strafanzeige wegen Behinderung seines Amtes. In der Folgezeit forderte er als Testamentsvollstrecker bei den Banken die Kontobelege an und stellte hierbei fest, dass Frau H. bereits kurz nach Antritt ihres Amtes als Testamentsvollstreckerin das gesamte Barvermögen (190.000 €) auf ihr persönliches Konto überwiesen hatte und nach der Veräußerung des Rosenhauses auch die 330.000 € aus dem Kauferlös, die sie von dem Notar per Eilüberweisung erhalten hatte.

5.000 € wurden von dem Notar noch zurückgehalten. 

 

Die Staatsanwaltschaft Flensburg ermittelt in diesem Fall.

 

Am 16.05.2013 hat Frau H. Insolvenz angemeldet, das Verfahren wurde am 30.05.2013 eröffnet.

 

Doch das ist noch nicht alles:  

Unser Haus wurde kürzlich von einer überregionalen Immobilienfirma für 1.485.000 € im Internet zum Kauf angeboten…

2. Januar 2014: Inzwischen ist der Preis für das Rosenhaus gestiegen - heute steht es für 1.650.000 € im Internet. 

 

Wo sind die Rechte der Erben?

 

 

Hinweis:

Bei der mit M. bezeichneten Immobiliengesellschaft handelt es sich nicht um die in Nieblum auf Föhr ansässige Werner Prill Immobilien GmbH.